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Rauchen kann krank und auch todkrank machen

RauchenSchon die meisten legendären Kinostars der 50er Jahre sieht man so gut wie nie ohne Zigarette auf der Leinwand - Humphrey Bogart beispielsweise, der seinen blauen Dunst wie die Luft zum Atmen zu brauchen schien.

Was zum ersten Mal eine medizinische Studie in den 60er Jahren kritisch ins Licht rückte, erfuhren viele von ihnen erst Jahre später am eigenen Leib: Rauchen kann krank und auch todkrank machen.

Wer raucht, muss sich darüber im klaren sein, daß er seinen Körper nachhaltig schädigt. Im Ernstfall kann es zu Herzgefäßkrankheiten oder Lungenkrebs kommen. Der Prozeß bis dorthin vollzieht sich schleichend, und plötzlich kann es zu spät sein: Nikotin und Kohlenmonoxid sind die beiden Stoffe, die bei ihrer hohen Konzentration in Zigaretten zu Giften werden.

Durch die Nikotinzufuhr - ein Stoff, den der Körper in geringen Dosen selbst produziert - wird der Blutdruck angehoben. Die Arteriolen verengen sich, und von den Nebennieren wird verstärkt das Hormon Adrenalin ausgeschüttet, das für die angenehm stimulierende Nebenwirkung des Rauchens sorgt. Gleichzeitig bewirkt es aber einen Sauerstoffmangel im Blut, den das Herz durch eine erhöhte Schlagfrequenz wieder ausgleichen muss: Der Herzrhythmus ist damit aus dem Gleichgewicht gebracht. Zusätzlich kann das Gift Kohlenmonoxid den Sauerstofftransport um 20 Prozent verringern.

Schwangere Raucherinnen schädigen damit nicht nur sich selbst, sondern besonders massiv ihr Ungeborenes. Wenn nun nach einer gewissen Zeit die Kranzgefäße durch das Rauchen ohnehin schon verengt sind, wird es für den Kreislauf so kritisch, daß er im schlimmsten - und häufig genug eintretenden Fall - kollabieren kann. Das Risiko einer Herzerkrankung ist bei Frauen, die neben dem Rauchen die "Pille" nehmen, noch um das 20fache höher.

Ein zweites Raucherrisiko ist der Lungenkrebs, hervorgerufen durch giftige Teerablagerungen, die der Körper erst nach Jahren der Entwöhnung vom Rauchen wieder langsam abbauen kann. Diese Ablagerungen sind auch an Bronchitis, Raucherhusten und "verruchter" Stimme schuld. Man weiß inzwischen, daß Zigaretten die Hauptursache für Lungenkrebs sind: Der Tod durch diese Krankheit tritt bei Rauchern 16mal häufiger als bei Nichtrauchern ein.

Wer sich das Rauchen abgewöhnen will, hat heute die Möglichkeit, sich einer erfolgversprechenden Therapie zu unterziehen. Nach etwa neun Jahren Abstinenz ist das Gesundheitsrisiko eines Ex-Rauchers zwar noch immer sechsmal so hoch wie das eines Menschen, der nicht raucht und gesunde Luft einatmet; mit jedem "nikotinfreien" Jahr nimmt die Wahrscheinlichkeit einer raucherbedingten Krankheit aber weiter ab.