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Der Schädel des Menschen

Tastet man einem gerade Neugeborenen den Schädel (Cranium) ab, so bemerkt man Weichstellen, auch Fontanellen genannt: mit Bindegewebe ausgefüllte Lücken.

Die 22 Knochen des kleinen, elastischen Schädels werden erst einige Zeit nach der Geburt fest durch Knochennähte miteinander verbunden.

Dieser Verknöcherungsprozess findet in den ersten drei Lebensjahren statt.

Der ausgewachsene Schädelknochen bildet eine stabile Kapsel um das Gehirn und die höheren Sinnesorgane.

Man unterscheidet die Bereiche des Gehirnschädels (Neurocranium) und jene des Gesichtsschädels (Viscerocranium).

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Der menschliche Schädel - frontal gesehen

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Der menschliche Schädel - seitlich gesehen

Gehirnschädel

Schädeldach und Schädelbasis bilden den Gehirnschädel (Neurocranium).

Die acht verschiedenen Knochen, aus denen er besteht, sind durch Nähte fest und unbeweglich miteinander verbunden.

Durch das Hinterhauptsloch ist die Schädelbasis mit dem Wirbelkanal verbunden.

Viele kleine Löcher bilden die Kanäle für Hirnnerven und Blutgefäße.

Der ovale Gehirnschädel (Neurocranium) besteht aus sechs Teilen, die durch Nähte miteinander verbunden sind:

  • Die beiden Scheitelbeine:
    Die größten Knochen des Gehirnschädels sind die beiden Scheitelbeine (Ossa parietalia). Sie bilden zusammen das Schädeldach (Calvaria).
  • Die beiden Schläfenbeine:
    Die beiden Schläfenbeine (Os temporale) schützen das Mittel- (Auris media) und das Innenohr (Auris interna) mit seinen Gehörgängen (Meatus acusticus).
  • Das Keilbein:
    Im Mittelpunkt der Schädelbasis liegt das Keilbein (Os sphenoidale), das die anderen Schädelknochen miteinander verbindet.
  • Stirnbein:
    Im vorderen Bereich des Schädels liegt das Stirnbein (Os frontale) über den Augenhöhlen (Orbitae). Die leichte Erhebung in der Mitte des Stirnbeins über den Augenhöhlen heißt Glabella.
    Die beiden Augenhöhlen (Orbitae) werden aus verschiedenen Gesichtsknochen gebildet: Sie sind umgeben vom Keilbein (Os sphenoidale), Tränenbein (Os lacrimale), Stirnbein (Os frontale), Siebbein (Os ethmoidale) und den Oberkieferknochen (Maxilla). Zwischen den Augenhöhlen liegt das Nasenbein (Os nasale), das den Nasenrücken bildet und von knorpeliger Substanz gestützt wird.
  • Das Hinterhauptsbein:
    Die Öffnung am Hinterhauptsbein (Os occipitale), das Hinterhauptstloch, dient als Durchgang für das Rückenmark (Medulla spinalis).
  • Siebbein:
    An der unteren Seite des Stirnbeins liegt das Siebbein (Os ethmoidale), das wegen seiner vielen kleinen Öffnungen so genannt wird. Durch diese Öffnungen verlaufen die Riechnerven (Fila olfactorii).

 

 

Der Unterkiefer - Schon gewusst?

Die rechte und die linke Hälfte des Unterkiefers sind beim Neugeborenen getrennt angelegt und verschmelzen später zu einem einheitlichen Knochen. Die Kiefergelenke ermöglichen Druck und Gleitbewegungen, die zum Beispiel beim Essen nötig sind.


 

Gesichtsschädel

Essen, trinken, sprechen und das mimische Ausdrücken von Gefühlen verlangen unserem Gesicht einen hohen Grad an Beweglichkeit ab. Ermöglicht wird diese Beweglichkeit durch die aus etwa dreißig Muskeln bestehende Gesichtsmuskulatur. Diese wiederum wird von den Gesichtsknochen gestützt, die sich gleichzeitig schützend um unsere Sinnesorgane legen.

Der größte und als einziger frei bewegliche Knochen des Gesichtsschädels (Viscerocranium) ist der kräftige, hufeisenförmige Unterkiefer. Er ist seitlich über die beiden Kiefergelenke mit den Schläfenbeinen (Ossa temporalia) verbunden und trägt die unteren Zähne.

Die beiden Oberkieferknochen (Maxilla) bilden die Basis des Gesichtsschädels (Viscerocranium). Augenhöhlen (Orbitae), Nasenhöhle (Cavum nasi) und Gaumendach (Palatum durum) sind von ihnen mitgestaltet. Ein Teil des Oberkiefers trägt die oberen Zähne.

Zwei Gaumenbeine bilden den hinteren Teil des Gaumendachs (Palatum durum).

Die Nase ist in der Mitte durch eine knöcherne Wand unterteilt: das Pflugscharbein (Vomer).

Der einzige Knochen, der sich mit keinem anderen Teil des Skeletts in direktem Kontakt befindet, ist das spangenförmige Zungenbein (Os hyoideum).


Das Zungenbein liegt auf dem Adamsapfel (Prominentia larygea) und dient als Ansatzpunkt der Zungenmuskeln. Über Bänder ist es mit den Schläfenknochen verbunden.

Adamsapfel

Der Adamsapfel, den man vorn am Hals ertasten kann, bildet den knorpeligen Kehlkopfteil am oberen Ende der Luftröhre.

Bei Männern ist er stärker ausgeprägt als bei Frauen.

Seinen Namen verdankt er dem Alten Testament: Adam nahm von Eva den verbotenen Apfel entgegen. Der Bissen blieb dem armen Kerl im Hals stecken und ist dort bis heute als Adamsapfel sichtbar, den der Legende nach jeder erwachsene Mann als Zeichen des "Sündenfalls" mit sich herumträgt.

In seinem Inneren liegen die aus Knorpel bestehenden Stimmbänder.