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Die unteren Gliedmaßen des Menschen

Becken, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und Fuß sind die unteren Gliedmaßen.

Der Beckengürtel (Pelvis) ist ein kräftiger, stabiler Knochenring, der von den beiden Hüftbeinen (Ossa coxae), dem Kreuzbein (Os sacrum) und dem Steißbein (Os coccygis) gebildet wird. Er trägt die Hauptlast des Körpergewichts und ermöglicht, dass wir uns aufrecht halten. Außerdem schützt er die Beckeneingeweide - also Harnblase, Mastdarm und innere Geschlechtsorgane.

Das gewölbte Hüftbein entsteht durch das Zusammenwachsen von Darmbein (Os ilium), Sitzbein (Os ischii) und Schambein (Os pubis), die beim Embryo zunächst noch getrennt sind.

Am unteren Teil des Darmbeins befindet sich - ähnlich wie beim Schulterblatt - eine Gelenkvertiefung, in der der abgerundete Kopf des Oberschenkelknochens Platz hat. Das Darmbein ist vorn mit dem Schambein und nach unten hin mit dem Sitzbein verbunden.

Weil der obere Raum des Beckens größer ist als der untere, unterscheidet man das große vom kleinen Becken. Das weibliche Becken hat generell einen größeren Umfang als das männliche und ermöglicht damit den Geburtsvorgang.

Oberschenkel

Der längste und schwerste aller menschlichen Knochen ist der Oberschenkelknochen (Femur), der das Gewicht des Oberkörpers trägt. Bei einem 1,80 Meter großen Menschen ist er etwa 50 Zentimeter lang, beträgt also mehr als ein Viertel der Standhöhe.

Sein Kopf ist in die Gelenkpfanne (Acetabulum) des Hüftbeins (Ossa coxae) eingebettet, während sich am unteren Ende die Gelenkfläche für die Kniescheibe (Patella) befindet. Hier liegt die Verbindungsstelle von Oberschenkel, Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula).

Knie

Das Knie (Articulatio genus) ist das größte und am kompliziertesten gebaute Gelenk des menschlichen Körpers. Es handelt sich dabei um ein Scharniergelenk, das den Oberschenkelknochen mit dem Schienbein und dem Wadenbein verbindet.

Acht Gelenkkörper wirken hier zusammen und ermöglichen neben dem Beugen und Strecken des Unterschenkels auch Drehbewegungen um seine Längsachse. Dies ist allerdings nur bei gebeugtem Bein möglich. Die gewölbte Kniescheibe (Patella) schützt das Kniegelenk an seiner Vorderseite. Im Inneren dieses Gelenks fängt ein Knorpelpolster die Belastungen ab, die durch das Aufeinandertreffen von Oberschenkelknochen (Femur) und Schienbein (Tibia) entstehen.

Unterschenkel

An der Vorderseite des Unterschenkels verläuft das Schienbein (Tibia). Es mündet unten in den Innenknöchel und ist wesentlich kräftiger als das dünne Wadenbein (Fibula), das mit dem Außenknöchel abschließt. Das Wadenbein ist mit dem Schienbein und dem Sprungbein (Talus) verbunden.

Zwischen dem Innen- und Außenknöchel und dem Sprungbein befindet sich das obere Sprunggelenk (Articulatio talocruralis).

Fuß

Sieben Fußwurzelknochen (Ossa tarsi), fünf Mittelfußknochen (Ossa metatarsalia) und vierzehn Zehenknochen (Ossa digitorum pedis) bilden das Fußskelett. Beim Abdruck eines gesunden Fußes auf flachem Boden ist in der Mitte eine kurvenartige Aussparung zu sehen.

Durch die besondere Anordnung der Fußwurzelknochen entstehen zwei Gewölbe: das Längsgewölbe an der Fußinnenseite zwischen Zehen und Ferse und das Quergewölbe im Bereich des Mittelfußknochens zwischen innerem und äußerem Fußrand. Dadurch ist der Fuß in der Lage, den Körperdruck, der zum Beispiel beim Laufen entsteht, elastisch abzufedern.

Fußwurzelknochen

Die sieben Fußwurzelknochen heißen Fersenbein (Calcaneus), Sprungbein (Talus), Kahnbein (Os naviculare), Würfelbein (Os cuboideum) sowie inneres, äußeres und mittleres Keilbein (Ossa cuneiformia).

Körperdruck

Immerhin etwa 450 Kilogramm Druckgewicht muß der Fuß eines Erwachsenen bei jedem normalen Schritt aushalten. Breite, flache Bänder über dem Fußgelenk stützen den Fuß, so daß er nicht seitlich abknicken kann.